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Sinuslift: Wann ein Knochenaufbau nötig ist

Was ist ein Sinuslift? Erfahren Sie, wann ein Knochenaufbau im Oberkiefer nötig ist, wie der Eingriff abläuft und welche Risiken bestehen.

Smyvia Team · 7 Min. · 03.02.2026
Sinuslift: Wann ein Knochenaufbau nötig ist

Sinuslift: Wann ein Knochenaufbau nötig ist

Wer Zahnimplantate im seitlichen Oberkiefer benötigt, hört häufig den Begriff „Sinuslift". Gemeint ist ein Knochenaufbau, der notwendig wird, wenn der Kieferknochen unter der Kieferhöhle zu dünn für ein Implantat ist. Doch wie läuft ein Sinuslift ab, welche Varianten gibt es und was müssen Patienten wissen? Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Zusammenhänge.

Warum reicht der Knochen manchmal nicht aus?

Im seitlichen Oberkiefer – dem Bereich der Backenzähne – befindet sich direkt über dem Kieferknochen die Kieferhöhle (Sinus maxillaris). Wenn Zähne in diesem Bereich verloren gehen, bildet sich der Knochen mit der Zeit zurück. Gleichzeitig kann sich die Kieferhöhle nach unten ausdehnen. Das Ergebnis: Die Knochenhöhe zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle ist zu gering, um ein Implantat sicher zu verankern.

Für ein stabiles Implantat werden in der Regel mindestens 8 bis 10 Millimeter Knochenhöhe benötigt. Liegt die vorhandene Höhe darunter, kommt ein Sinuslift infrage.

Häufige Ursachen für Knochenmangel

  • Lange zurückliegender Zahnverlust: Je länger ein Zahn fehlt, desto stärker baut sich der Knochen ab.
  • Parodontitis: Eine chronische Zahnfleischerkrankung kann den Kieferknochen erheblich schädigen.
  • Anatomische Besonderheiten: Bei manchen Menschen ist die Kieferhöhle von Natur aus besonders groß und der Knochen entsprechend dünn.
  • Traumatische Zahnentfernung: Komplizierte Extraktionen können zusätzlichen Knochenverlust verursachen.

Die zwei Varianten des Sinuslifts

Je nach Ausgangssituation kommen zwei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz: der interne und der externe Sinuslift.

Interner Sinuslift (Crestal Approach)

Der interne Sinuslift ist das schonendere Verfahren und wird eingesetzt, wenn nur wenige Millimeter Knochen fehlen – typischerweise bei einer Restknochenhöhe von 5 bis 8 Millimetern.

Ablauf:

  1. Der Zugang erfolgt direkt durch den Bohrkanal für das Implantat.
  2. Der Boden der Kieferhöhle wird vorsichtig mit speziellen Instrumenten angehoben.
  3. Knochenersatzmaterial wird durch den Bohrkanal unter die angehobene Schleimhaut eingebracht.
  4. Das Implantat wird in derselben Sitzung gesetzt.

Vorteile: Geringerer Eingriff, kürzere Heilungszeit, Implantat und Sinuslift in einer Sitzung möglich.

Einschränkung: Nur bei moderatem Knochenmangel geeignet. Die Knochenerhöhung ist auf etwa 3 bis 4 Millimeter begrenzt.

Externer Sinuslift (Lateraler Approach)

Der externe Sinuslift wird eingesetzt, wenn ein größerer Knochenaufbau erforderlich ist – typischerweise bei einer Restknochenhöhe von weniger als 5 Millimetern.

Ablauf:

  1. Über einen seitlichen Zugang im Zahnfleisch wird der Kieferknochen freigelegt.
  2. Ein kleines Knochenfenster wird in die seitliche Wand der Kieferhöhle präpariert.
  3. Die Kieferhöhlenschleimhaut (Schneider-Membran) wird vorsichtig vom Knochen gelöst und nach oben geschoben.
  4. Der entstandene Raum wird mit Knochenersatzmaterial oder eigenem Knochen aufgefüllt.
  5. Das Knochenfenster wird mit einer Membran abgedeckt und das Zahnfleisch vernäht.

Vorteile: Auch bei stark reduziertem Knochen möglich, größere Augmentationsvolumina erreichbar.

Einschränkung: Aufwendigerer Eingriff, längere Einheilzeit (6 bis 9 Monate), Implantation oft erst in einer zweiten Sitzung.

Welche Materialien kommen zum Einsatz?

Für den Knochenaufbau stehen verschiedene Materialien zur Verfügung:

  • Autologer Knochen (Eigenknochen): Wird vom Patienten selbst entnommen, zum Beispiel aus dem Kinn oder dem Unterkiefer. Gilt als Goldstandard, da er körpereigene Wachstumsfaktoren enthält.
  • Xenogenes Knochenersatzmaterial: Aufbereiteter Rinderknochen (z. B. Bio-Oss) ist das am häufigsten verwendete Material. Es dient als Gerüst, in das körpereigener Knochen einwachsen kann.
  • Synthetisches Knochenersatzmaterial: Künstlich hergestellte Materialien auf Basis von Hydroxylapatit oder Tricalciumphosphat.
  • Allogener Knochen: Humaner Spenderknochen, der speziell aufbereitet wurde.

In vielen Fällen wird eine Kombination aus Eigenknochen und Knochenersatzmaterial verwendet, um die Vorteile beider Materialien zu nutzen.

Ablauf und Heilung

Vor dem Eingriff

  • Diagnostik: Ein dreidimensionales Röntgenbild (DVT/CBCT) zeigt die exakte Knochenhöhe, die Ausdehnung der Kieferhöhle und die Beschaffenheit der Schneider-Membran.
  • Planung: Auf Basis der Bildgebung plant der Chirurg den Eingriff digital und bestimmt die optimale Implantatposition.
  • Vorbereitung: Bestehende Infektionen im Mundraum werden vorab behandelt. Raucher sollten das Rauchen idealerweise mehrere Wochen vor dem Eingriff einstellen.

Nach dem Eingriff

  • Schwellung und Beschwerden: Eine Schwellung der Wange ist normal und klingt innerhalb von drei bis fünf Tagen ab. Schmerzen lassen sich mit gängigen Schmerzmitteln gut kontrollieren.
  • Verhaltensregeln: Für zwei bis drei Wochen sollten Patienten nicht schnäuzen, nicht durch einen Strohhalm trinken und Niesen nur mit offenem Mund. Diese Maßnahmen vermeiden Druckveränderungen in der Kieferhöhle.
  • Einheilzeit: Beim internen Sinuslift beträgt die Einheilzeit etwa drei bis vier Monate, beim externen Sinuslift sechs bis neun Monate.

Risiken und Komplikationen

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen auch beim Sinuslift gewisse Risiken:

  • Perforation der Schneider-Membran: Die häufigste Komplikation. Kleine Perforationen können oft noch während des Eingriffs versorgt werden. Bei größeren Rissen muss der Eingriff unter Umständen abgebrochen werden.
  • Sinusitis: Eine Entzündung der Kieferhöhle kann in seltenen Fällen auftreten und erfordert eine antibiotische Behandlung.
  • Transplantatverlust: In weniger als 5 Prozent der Fälle heilt das Knochenersatzmaterial nicht ein und muss entfernt werden.
  • Nachblutung: Leichte Blutungen aus der Nase sind in den ersten Tagen möglich und in der Regel harmlos.

Die Erfolgsquote des Sinuslifts liegt in der wissenschaftlichen Literatur bei über 95 Prozent. In Kombination mit anschließender Implantation werden Langzeiterfolgsraten von über 90 Prozent berichtet.

Fazit

Der Sinuslift ist ein etabliertes und sicheres Verfahren, das vielen Patienten den Weg zu Zahnimplantaten im Oberkiefer ermöglicht. Ob ein interner oder externer Sinuslift erforderlich ist, hängt von der individuellen Knochensituation ab. Eine sorgfältige Diagnostik mit dreidimensionaler Bildgebung und ein erfahrener Chirurg sind die wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Knochenaufbau.

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